ICH TRAGE dAS WAS BLeibt

Modedesignerin Irina Rohpeter

Mode ist eine Sprache und meine Übersetzungshilfe.

Mein erstes Designerstück habe ich mit 15 kreiert – aus einer abgetragenen Cordhose wurde eine Tasche. Re-Design – den Begriff kannte ich damals noch nicht. Aber ich hatte Nadel, Faden und eine fixe Idee. Rückblickend war dies mein Anfang. Ein Anfang, nicht aus handwerklichem Ehrgeiz, sondern aus einem tiefen Bedürfnis, mir durch Kleidung Ausdruck zu verleihen.

Portrait Irina Rohpeter

DEKONSTRUKTIVISMUS WAR MEINE LIEBLINGSVOKABEL

In meinem Modedesignstudium blieb zum Glück genug Raum für das, was mich wirklich interessierte:
das Verbiegen von Formen und Funktionen, das Hinterfragen von Normen und Konventionen.
Mode war meine Sprache – aber eigentlich war es immer das Dazwischen, das mich gereizt hat.
Ich habe in Kleidung Geschichten gelesen, mit Identitäten gespielt, Bedeutungen überworfen und neu zusammengesetzt.
Mein Diplom war ein Bruch mit dem zuvor Gelernten – eine Suche nach dem, was durch mich in die Welt wollte. Manchmal an der Grenze des Tragbaren, immer auf der Suche nach Wahrhaftigkeit.

Die Realität sah dann anders aus: Nach einer kurzen Berufserfahrung in Paris wusste ich: Ich möchte nicht für andere entwerfen, sondern etwas Eigenes schaffen. Vielleicht war das naiv – aber vor allem war es echt. Und so verlieh ich mir Ausdruck, enwickelte meine Designsprache und verkaufte meine Kollektion zunächst an Shops. Bis ich merkte, dass mir die Unmittelbarkeit fehlte.  Ich wollte nicht mehr anonym verkaufen, sondern sehen, wer meine Kleidung trägt


In der Begegung wurde mein Entwurf lebendig 

KLEIDUNG ALS BOTSCHAFT, BERATUNG ALS EINLADUNG

Am Ende habe ich mich weniger als Designerin verstanden, sondern vielmehr als Beraterin.
Mode war mein Ausdruck – für mich selbst, aber vor allem für all die Frauen, die ich auf diesem Weg begleiten durfte.  Meine Entwürfe waren nie nur Kleidung – sie waren Botschaften.
Meine Beratungen waren Einladungen, dich selbst an die erste Stelle zu setzen.
Mein Showroom war ein Raum, in dem du dich anders sehen und dich anders gesehen fühlen konntest.
Zwischen den Schichten habe ich gelesen und gespürt, was sich in Stoff nicht fassen lässt.
Und jede Kollektion war auch eine Reise zu mir selbst.

 

BildER DIE FRAGEN TRAGEN

In der Zusammenarbeit mit meiner Fotografin ging es uns immer um Nähe, Natürlichkeit -
und das Spiel mit Identität. So wurde ich selbst Teil dieser Bilder. Model meiner eigenen Fragen und Verkörperung meiner eigenen Ansichten.

Lachendes Portrait von Irina Rohpeter

Mein Kollektionsarchiv 

Mein letztes Shooting trägt diese Haltung in sich – in einer besonderen Klarheit und Natürlichkeit. Es markiert den Abschluss eines langen Kapitels. Und auch, wenn dieser Ausdruck jetzt ruht – er bleibt Teil von mir. Es ist das, was bleibt. Schau dich gern im Archiv um vielleicht spürst du, was ich meine.