Im Abi sagte mal jemand über mich, ich hätte die Gabe, aus Teletubbie-Winke-Winke und Kants kategorischem Imperativ einen Satz zu bilden. Und zwar einen, der auch noch Sinn
ergibt.
Ich fühlte mich geschmeichelt. Nicht ganz so geschmeichelt war ich, als mein Deutschaufsatz im Unterricht als Paradebeispiel für gute Struktur vorgelesen wurde.
Meine Ehrlichkeit ließ mich widersprechen, denn ich hatte keine.
Ich habe einfach nur geschrieben, was kam. So schnell meine Hand folgen konnte.
Die Grammatik war oft daneben – aber der Inhalt stimmte.
Und bis heute denke ich manchmal: Wer hat das eigentlich geschrieben?
Die Idee, etwas mit Sprache zu studieren, kam mir nie. Mein Ausdruck war Mode.
Worte als Raum für das Unsagbare
Meine Geschichte berührt auch deine
Schreiben kam immer dann zu mir, wenn ich mich selbst besser verstehen wollte.
Wenn mir Zugehörigkeit fehlte.
Wenn meine Identität ins Rutschen kam.
Wenn etwas in mir keinen Platz fand, außer auf dem Papier.
Auch in der Trauer – die für mich nie nur Schmerz ist, sondern auch ein Motor.
Ein Raum, der Worte braucht. Und gehört werden will.
Ich schreibe, um sichtbar zu machen, was oft übersehen wird. Als leiser Spiegel des Alltags, um daraus große Fragen abzuleiten. Und ja – das Wort „Gott“ triggert mich.
Aber ich habe oft erfahren, dass es mehr gibt, als unsere fünf Sinne je erfassen könnten.
Genau darum geht es auch in meinen Texten.
Komm ruhig ein Stück näher – und du wirst sehen:
Ich bin wie du. Nur ein wenig anders. Denn ich glaube immer, dass uns alle mehr eint als uns trennt. Darüber spreche ich auch.
Meine Handschrift ist so unleserlich, dass niemand je bei mir abschreiben konnte –und meine Familie einmal das Land „Japan“ kaufen wollte, weil sie den Einkaufszettel nicht lesen konnte.
